Georgien, eine sichere Destination "off the beaten Track"

Georgien, an der Schwelle zwischen Europa und Asien gelegen, ist ein kleines, mit ca. 4 Millionen Einwohnern auf 57.000 Quadratkilometern, recht dünn besiedeltes Land. Die ehemalige Sowjetrepublik liegt am Schwarzen Meer. Im Süden grenzt Georgien an die Türkei und Armenien, im Osten an Aserbaidschan und im Norden türmt sich der hohe Kaukasus wie eine natürliche Grenze zu Russland. 

Georgien war schon zu Sowjet - Zeiten ein begehrtes Reiseziel. Nicht nur bekannt als Geburtsort Stalins, sondern auch, aufgrund der geografischen Lage am Schwarzen Meer, stets Sehnsuchtsdestination vieler Russen.

Heute ist Georgien ein Land, das sich rasant entwickelt. Vor allem junge Georgierinnen und Georgier sehen die Zukunft des Landes viel eher in der Europäischen Union als unter der schützenden Hand Russlands. Seit 2003 wird restriktiv und höchst erfolgreich gegen Korruption und Schattenwirtschaft vorgegangen. In dem jährlich, von Transparency International, veröffentlichten Korruptionsindex lag Georgien vor 15 Jahren noch hinter Ländern wie Uganda, 2018 bereits deutlich vor Italien, Kroatien oder Ungarn. Mittlerweile gilt Georgien weltweit als Vorbild den Kampf gegen Korruption betreffend. Kriminalität ist praktisch kein Thema! Die Georgier sind stolz darauf, dass ihr Land sicher ist. Die Polizei ist bestens ausgerüstet und viel unterwegs. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass es keine willkürlichen oder ungerechtfertigte Strafen seitens der Exekutive gibt, wird dennoch ein Bußgeld fällig, kann dieses nicht in bar beim Polizisten, sondern nur bei der Bank einbezahlt werden. 

 

Auch wirtschaftlich ist Georgien auf einem guten Weg. Die baltischen Staaten gelten hier als Vorbild. Georgien gibt sich unternehmerfreundlich und der Digitalisierungsgrad ist teilweise wesentlich höher als es beispielsweise in Österreich der Fall ist. Der Besuch beim Amt ist effizient, die Amtswege kurz, transparent und meist digital.

 


Wissenswertes

 

Geld und Preise

Die georgische Währung sind Lari (GEL = Georgische Lari).  10 Lari sind im Moment (Juli 2020) ca 2,80€. Das Preisniveau ist im Vergleich zu Mitteleuropa niedrig. So kostet eine vorzügliche traditionell georgische Mahlzeit in einem netten Restaurant zwischen 7 und 14 Lari (zwischen 2 und 4€). Getränke sind sehr günstig, einen Tee gibt es für 3 und ein kühles Bier um 5 Lari. Überhaupt sind Dinge des täglichen Gebrauchs in Georgien für mitteleuropäische Verhältnisse recht günstig. Für die Georgier selbst ist dem nicht so. Die Hälfte der Georgier sind in der Landwirtschaft tätig, erwirtschaften jedoch nur 10% des Bruttoinlandproduktes. Die meisten der Bauern betreiben die Landwirtschaft zur Selbstversorgung und verkaufen was übrig bleibt auf lokalen Märkten oder tauschen Produkte mit Menschen im Dorf. So verwundert es nicht, dass das Durchschnittseinkommen in Georgien bei ca 400 US$ liegt und somit hinter Ländern wie Syrien oder der Mongolei.

 

Visum

Staatsbürger aller Europäischen Ländern brauchen für die Einreise nach Georgien KEIN Visum. 

 

Essen und Trinken

Georgisches Essen ist herzhaft, jedoch alles andere als kalorienarm. Fleisch ist auf den Speisekarten des Landes prominent vertreten, vom Kalb bis zum Lamm, Geflügel und Wild wir alles verkocht. Auch Fisch ist in Georgien beliebt und findet sich fast auf jeder Karte. Vegetarier werden die Salate lieben und die vielen Teigvariationen gefüllt mit Käse, Kartoffeln und Gemüse. Das Nationalgericht in Georgien sind Khinkhali, Teigtaschen, ähnlich unseren Kärntner Nudeln, gefüllt mit Faschiertem, Käse oder einer Käse/Erdäpfelmischung. 

Die Georgier behaupten von sich die Erfinder des Weins zu sein. Die Tradition reicht über 8.000 Jahre zurück. Die ältesten Samen von kultivierten Weinreben wurden in Georgien gefunden und auf 6000 v. Chr. datiert. Von 4.000 Rebsorten weltweit, stammen 500 aus Georgien. 60 - 70% der Anbauflächen sind für Rotweine reserviert. Seit 2013 zählt die georgische Art Wein herzustellen zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Trauben werden mit Füßen gestampft oder mit Walzmühlen ausgepresst. Der Saft wird zusammen mit der Maische in großen, in der Erde vergrabenen Tongefäßen (Kwewri) gelagert und reift dort. Bis zu 50 Jahre kann der Wein in den bis zu 1000 Litern fassenden Tonkrügen gelagert werden ohne Schaden zu nehmen.

Auch Bier wird in Georgien gebraut und gerne getrunken. Die meisten Brauereien sind recht jung und verkaufen ihre Sorten in der Region. Das Nationalgetränk in Georgien ist aber der Tschatscha. Ursprünglich war der Schnaps ein Nebenprodukt des Weinanbaus und wird aus Trester hergestellt. Praktisch jeder, der ein Stückchen Grund zur Verfügung hat, brennt seinen eigenen Tschatscha. Jeder hat sein eigenes Rezept und es werden Datteln, Mandarinen, Himbeeren und andere Früchte bei der Herstellung beigemengt. Nach dem Destillationsprozess hat der Schnaps dann ca. 70 Volumsprozent Alkohol und wird dann mit Wasser, mehr oder weniger (meist weniger...)  verdünnt.

Untrennbar mit der georgischen Kultur verbunden sind Trinksprüche. Abhängig von der Region, aber auch spezieller Traditionen in der Familie gibt es Trinksprüche  auf Gott, die Freunde, den Frieden, die Familie, die Berge und vieles mehr. Das Familienoberhaupt trägt diese vor, dann wird angestoßen und gemeinsam getrunken. Man wird oft, vor allem außerhalb der größeren Städte auf ein Glas Wein oder Tschatscha eingeladen. Die Menschen sind sehr herzlich und schnell beleidigt, wenn man ihren Einladungen nicht folgt. Jedoch Vorsicht: selten hat ein Schnaps in Georgien die gewohnten 40%, meist sind es zwischen 50 und 60%.


Jänner 2021

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